Der Beach


….während meiner Lehrzeit 1988 und in den letzten Zügen meiner Führerscheinmacherei hat mich mein Vater regelmäßig mit "unserem" Audi von der Arbeit abgeholt.
Irgendwann musste ich etwas länger arbeiten, so dass mein Vater begann, sich an meinem "Lehrort" etwas umzusehen. Dabei entdeckte er einen VW-Händler. Dass er da sozusagen fündig geworden ist, habe ich eigentlich erst knapp ein halbes Jahr später erfahren dürfen. Nachdem er mich morgens abgeliefert hatte, meinte er nur, dass es Abends bei ihm später werden könne.

Als er dann am Abend nur wenig später als sonst, dafür aber mit einem '86er BEACH in Silber vorfuhr war ich völlig platt. Als ich dann auch noch den "neuen" selber nach Hause fahren dürfte, war ich Stolz wie Oskar.
Endlich ein Jetta!
Da mein Vater zu dem Zeitpunkt schon Rentner war fühlte ich mich besonders geehrt. Zumal ich die meisten Fahrten sowieso durchführen sollte.

So vergingen die ersten glücklichen 1,5 Jahre als Jetta-Fahrer.

Die ersten Schraubereien am Jetta ergaben sich eigentlich mehr
Jetta Beach1

als Notbehelf. Mal ein Auspuff, der mit einer Katzenfutterdose kurzfristig geflickt werden musste, oder die Serienmäßigen BEACH Alufelgen, die Mal eben neu lackiert werden mussten, da sie im Winter gelitten hatten.


Das erste fachliche Teil wurde dann eigentlich ungewollt ein Sportauspuff.
Da der Alte durch war und nun dringend Ersatz nötig wurde, habe ich den Jetta von der Berufsschule aus zu einer Werkstatt in Hameln gebracht.

Als ich den Wagen wieder abholte, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Hatte eigentlich nur einen ersetzten Serientopf erwartet. Leider war der nicht verfügbar, so dass die Werkstatt einen günstigeren Leistritz Sportendtopf montiert hat. Das der sogar noch etwas besser klang, war für mich erstmal Nebensache.

So bin ich erstmal wieder viele Monate durchs Land gefahren.

Dann kam die Bundeswehr.
Als Zufall will ich es mal bezeichnen, dass ich mit einem Autoverrückten Stuffz (leider mit etwas aus Rüsselsheim!!) zu tun hatte. Nach einer harten Winternacht sind am BEACH die hinteren Stoßdampfer eingefroren (kein Scherz!). Ich traute mich noch drei Tage mit dieser Brettharten um nicht zu sagen garnicht mehr gefederten Kiste zu fahren. Aber die Sorgen meines Stuffz waren so stark, dass er mich überzeugte mal auf auch so was hartes aber gleichzeitig auch sportliches straffes zurückzugreifen. Er bewegte einen Hammerplatten Ascona A über den Asphalt, den ich wegen des Stufenhecks sogar irgendwie auch cool fand und der mit KONI gnadenlos hart auf der Straße lag.
Ich hatte eigentlich keine Zeit zu überlegen. Da ich beim Bund in der Beschaffung tätig waren und mein Geldbeutel auch nix günstigeres zuließ, wurde ein KONI "gelb" Komplett Fahrwerk geordert und am folgenden Tag, ratz fatz in 2 Stunden eingebaut.

Da lag er nun,….der BEACH. 50/40 tiefer, und mit DEM Auspuff…. Geiles Teil!

So ging es Schlag auch Schlag. 16V Spoiler, 34´er Raid Lenkrad, Rote Rückleuchten, Musikanlage, Hosenträgergurte, Endrohr umgeschweißt, Mitteltopf gegen Rohr getauscht, Domstreben, Votex Mittelkonsole, und noch viele Kleinigkeiten.

Da ich ein paar Jahre länger beim Bund blieb, und selber in Sachen Beschaffung Spezialist war, gab es irgendwann den Punkt zu sagen, alles schön und gut aber doch nur alles so nach und nach reingefummelt.

Ostern ´93 hatte ich 3 Wochen Urlaub. Jetzt wollte ich es wissen, Totalzerlegung.
Innenraum nackt. Kpl. Verkabelung der Anlage neu. Insgesamt ca. 80m Leitungen!
Alles was zur Anlage gehörte in einem richtigen Ausbau in den Kofferraum, den ganzen Karren dämmen, Radio mit Wechsler rein, elektrische Fensterheber, die bisher beschafften Sachen korrekt lackiert und vernünftig einbauen. Türpappen selber mit Kunstleder beziehen, viele kleine Details so verändern um irgendwie noch mehr Individualität meines Jettas zu zeigen.


Das ganze krönte ich dann noch mit 15 Zoll Alufelgen  
mit 195´er Puschen.
Jetzt hatte ich eigentlich einen Jetta, wie ihn zu der jetta beach 2
Zeit keiner hatte. Und bis auf die Motorleistung war ich
auch 100% zufrieden.

So bin ich ihn noch eine laaaange Zeit gefahren.


Bis eines Tages auf dem Weg zur Kaserne sich der fünfte Gang 'verabschiedete'.

...es kam die Zeit, sich nach etwas neuem umzusehen.



[ Bild test ]
4. März 2014